Fake News und Co: Die Vertrauenskrise der Leitmedien

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Überall Fake News – wie das Vertrauen in die Medien nachgelassen hat
Nicht erst seit den sogenannten Fake News Awards lässt sich in vielen Ländern der westlichen Welt der Trend beobachten, dass das Vertrauen in die Mainstream-Medien sinkt. Teilweise verdrehte, teilweise schlichtweg falsche Berichterstattung und die offene Parteinahme für oder gegen bestimmte Kandidaten haben entscheidend zu dieser Stimmung beigetragen. Für die Medien ist die Diskussion um Fake News zu einem echten Problem geworden. Schon heute brechen vielen Sendungen die Zuschauer weg und auch die Seriosität der Sender steht auf dem Spiel. Viele der Kanäle werden nun versuchen, mithilfe von besserer Recherche und Neutralität, mehr Menschen von der eigenen Ehrlichkeit zu überzeugen.

Weltweite Situation der Medien-Glaubwürdigkeit
Das Vertrauen in die Medien variiert zweifelsfrei von Land zu Land. Aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass vor allem in der westlichen Welt das Vertrauen in die Massenmedien gesunken ist. Dies betrifft beispielsweise die Länder USA, Deutschland, Großbritannien und Frankreich, aber auch weitere wie Spanien und Italien. In weiten Teilen der Bevölkerung herrscht das Gefühl vor, von der eigenen Presse nicht mehr ernst genommen zu werden. Es würde ein Bild gezeigt, dass der Realität der Menschen nicht mehr entspricht. In der Folge wenden sich viele Bürger von Spiegel, Stern und Co. ab und lesen stattdessen alternative Inhalte.

Faktencheck statt bloßer Behauptungen
Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie die Massenmedien verloren gegangenes Vergangen zurückgewinnen können. Eine davon ist sicherlich die Installation von unabhängigen Gremien zur Durchführung von Faktenchecks. Die Medien müssten sich dann regelmäßig einer Kontrolle unterziehen, bei denen aktuelle Berichte und Reportagen auf ihren Wahrheitsgehalt getastet würden. Kontrolle eines Kontrollorgans sozusagen. Mitglieder dieser Gremien dürften nicht von den Sendern und Zeitungen selbst ausgesucht werden, sondern beispielsweise in demokratischer Abstimmung von den Zusehern. Hat ein Zuschauer das Gefühl, dass etwas falsch dargestellt wurde, so kann er sich an das jeweilige Gremium wenden und wird von ihm dann eine Stellungnahme erhalten, die auf neutraler Prüfung basiert. Die Medien hätten damit einen Anreiz geschaffen, selbst wieder besser zu werden.

Direkte Einbindung der Zuschauer
Ein weiterer Weg, wieder zu einer glaubwürdigen Instanz zu werden, könnte für die Medien eine stärkere Einbindung der Zuseher sein. Zum Beispiel, indem nicht mehr nur einzelne Kommentare der Zuschauer im Fernsehen gezeigt oder in der Zeitung abgedruckt werden, sondern ein breites Spektrum davon. Es gibt keine „falschen“ Meinungen, sondern nur Meinungsvielfalt. Je besser diese dargestellt wird, desto höher das Vertrauen der Menschen in die Medien. Es kann freilich nie jedem Recht gemacht werden, doch sollten sich die Massenmedien bestimmten Menschen nicht grundsätzlich widersetzen, nur weil sie eine andere Meinung haben.

Meinungsmache und „Verschwörungstheoretiker“
Eine beliebte Vorgehensweise vieler TV-Sender. Abweichende Meinungen werden als „Verschwörungstheorien“ bezeichnet. Dadurch wird den Betroffenen das Recht auf eine eigene Meinung zwar nicht genommen, sie werden jedoch als Idioten dargestellt. Tatsächlich ist diese Vorgehensweise so alt, wie sie gleichermaßen Erfolg verspricht. Zu bestimmten Themen ist eine Diskussion kaum möglich, weil nur eine einzige Sichtweise als legitim angesehen wird. Auch in diesem Bereich sollten die Meinungsmacher sich also selbst hinterfragen.