Sinkende Verkaufszahlen der nationalen und internationalen Presse

Printmedien

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Der Trend zeigt nach unten
Schon vielen Jahren leiden die Tageszeitungen im In- und Ausland unter einem lange Zeit nicht vorstellbaren Szenario: Deutlich sinkenden Verkaufszahlen. Es trifft längst nicht mehr nur Nischenblätter, sondern die wichtigsten Zeitungen der Welt. Angefangen von der New York Times und Washington Post in den USA, über die Sun in Großbritannien bis hin zu Spiegel, Süddeutscher und Bild in Deutschland. Teils sind die Einbrüche nicht anders zu beschreiben als dramatisch. Das trifft insbesondere auf die einstigen Vorreiter der Branche zu, welche heute weit weniger Menschen erreichen als zuvor.

Der Einfluss der Digitalisierung
In einem Sektor wie der Presse und den Medien insgesamt schlägt sich die Digitalisierung natürlich besonders stark in der Auswirkung auf den geschäftlichen Alltag nieder. Wer sich rechtzeitig darauf vorbereitet hat und mit einem gewinnbringenden Online-Modell an den Start gegangen ist, kann die Einbrüche im Print-Bereich ganz gut wegstecken. Andererseits ist die Digitalisierung nicht der einzige Punkt, der den weltweiten Redaktionen Sorge bereitet. Nicht minder einschneidend hat sich der Wunsch der Menschen nach sogenannten Alternativen Medien auf die Umsätze ausgewirkt. Begünstigt durch die weite Verbreitung des Internets haben sich neue Alternativen wie Russia Today oder Compact als Konkurrenz herausgebildet.

Die wichtigsten Printmedien in Deutschland
Nach wie vor nimmt die Boulevard-Zeitung Bild auf dem deutschen Pressemarkt die wohl dominanteste Rolle ein. Pro Woche werden circa 1,5 Millionen Stück dieser Zeitung abgesetzt. Was nach viel klingt, ist jedoch lächerlich niedrig im Vergleich zur früheren Auflage. Es genügt, ins Jahr 2000 zurückzugehen, wo Tag für Tag weit mehr als 4 Millionen Zeitungen an den Mann gingen. Weitere bekannte Tageszeitungen wie Die Welt, ebenfalls von Axel Springer und die Süddeutsche Zeitungen mussten ähnliche Verkaufseinbußen hinnehmen. Nicht ganz so stark sind die Verluste, was die Reichweiten betrifft. Diese sind nur um wenige Prozent gesunken.

Eine Chance für die Kleinen der Branche
Obwohl der Trend im Bereich der Print-Medien klar nach unten zeigt, gibt es dennoch einige bedeutende Ausnahmen. Die Junge Freiheit und den Freitag zum Beispiel. Beide werden nur einmal in der Woche veröffentlicht und sind in der politischen Ausrichtung klar rechts beziehungsweise links angesiedelt. Die Zersplitterung des politischen Spektrums hatte damit auch zur Folge, dass viele Menschen sich nach neuen Medien umsehen. Allerdings sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass sich die Verkaufszahlen der beiden erwähnten Zeitschriften nach wie vor im unteren Rahmen bewegen. Es ist freilich nicht ausgeschlossen, dass weiteres Wachstum sie zur echten Konkurrenz für Stern und Spiegel werden lässt.

Chancen starker Internet-Auftritte
Abgesehen von den Werbeeinnahmen durch gezielte Produktplatzierungen können die Zeitungen natürlich auch mit Bezahl-Angeboten Geld verdienen. Vorreiter in dieser Hinsicht ist sicherlich der Springer Verlag mit seinen beiden Publikationen Welt und Bild. Schon seit längerem erscheinen auf den beiden Websites Artikel in unterschiedlichen Kategorien: Die kostenlosen und die kostenpflichtigen. Erstere sind zum Beispiel aktuelle Nachrichten, während letztere entweder Exklusivartikel im Gossip-Bereich oder Meinungen angesehener Kolumnisten sind. In Kombination mit den erwähnten Werbeanzeigen könnte dieses Format auch unter schwierigeren Bedingungen Bestand haben. Am Ende entscheidet freilich immer noch der Leser der Zeitungen.