Wie die Konkurrenz im Internet die Quoten purzeln lässt

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Die Auswirkungen der neuen Konsumgewohnheiten
In vielen Redaktionen der großen TV-Sender geht gerade die blanke Panik um. Netflix und Amazon möchten die Welt, wie wir Filme und Serien schauen, von Grund auf ändern. Entsprechend besorgt zeigt man sich bei ProSieben, Sat1, RTL und Co. Schon länger ist bekannt, dass die Menschen viele Inhalte mittlerweile lieber über das Internet konsumieren. Dort gibt es weniger Werbung, Filme und Serien sind rund um die Uhr verfügbar und das Programm kann ganz nach dem eigenen Geschmack ausgewählt werden. Viele TV-Sender haben diesen neuen Trend zumindest teilweise verschlafen und sind erst spät mit eigenen Mediatheken an den Start gegangen.

Welche Marktmacht Netflix heute besitzt
Der Streaming-Dienst Netflix hat eine wahre Revolution eingeleitet. Er ist heute der wichtigste Anbieter für Filme und Serien im Netz. Die Kunden schließen einen Vertrag ab, der es ihnen gegen monatliche Bezahlung ermöglicht, die gewünschten Serien zu schauen. Das Besondere dabei: Ähnlich wie die TV-Sender weiß Netflix mit eigenen Inhalten zu überzeugen. Die Entwickler der Plattform haben viel Geld in die Hand genommen, um hochwertige und aufwendig produzierte Filme und Serien zu veröffentlichen. Anstatt auf die ewig gleichen Reality-Formate stehen dabei die Genres Action, Fantasy und Comedy im Vordergrund. Die Konsequenzen für die TV-Sender waren sogleich spürbar: Sinkende Quoten und dadurch resultierende, geringere Werbeeinnahmen.

Wie die TV-Sender zu reagieren gedenken
Eines ist den Sendern klargeworden: Es benötigt neue Konzepte, um mit der Konkurrenz im Internet mithalten zu können. Das Publikum ist anspruchsvoller geworden und vor allem die 18-35-jährigen möchten ihre Zeit nicht mehr mit Reality-Formaten voller Beschimpfungen und Streits verschwenden. Wie also muss die Zukunft der Sender aussehen? Zuerst einmal müssen die Internet-Auftritte erweitert und gezielt ausgebaut werden. Es benötigt zwar nach wie vor Quotenbringer, diese müssen jedoch rund um die Uhr zu sehen sein. Denkbar ist es, für die Nutzung der Mediathek Geld zu verlangen. Alternativ müssten weitere Werbetreibende davon überzeugt werden, hier ihre Anzeigen zu schalten.

Welche Shows besonders zu leiden haben
Einige der Top-Shows im deutschen Fernsehen sehen sich schon seit einigen Jahren in einem stetigen Abwärtstrend gefangen. Die wohl prominentesten Beispiele: DSDS, Germanys next Topmodel und Das Supertalent. Erstere und letztgenannte Show erreichten in ihren Hochzeiten bis zu 10 Millionen Zuschauer pro Sendung. Nach zig haben sie sich bei unter 4 Millionen Zuschauern eingependelt. Um wieder mehr Menschen vor die TV-Geräte zu locken benötigt es folglich neue und innovativere Formate. Sonst geht der Quotenrutsch munter weiter.